Credo

Derzeit läuft auf dem Propagandasender des Bundesamtes für Gesundheit eine neue Kampagne. Für einmal nicht gegen eines der üblichen, verdächtigen Laster (je länger wir leben, desto höher sind die Einschaltquoten beim SF), sondern gegen das hier. Ein Journal im Internet.

Die Nachrichtenshow ‘zehn vor zehn’ (fünf vor zwölf würde ihr besser zu Gesicht stehen) hat die Wurzel des Problems entdeckt. Die Weblogs, bloss weil ein ein politisch motivierter, psychopathischer Massenmörder das Medium nutzte.

Nicht Blogs sind das Problem. Die Anonymität ist es. Im Schatten dieser Anonymität wird auch in der Schweiz täglich haufenweise rechter und linker Dreck deponiert – je dümmer, desto extremer. Je extremer, desto feiger.

Es gibt aber auch Blogs und Autoren, die sich an das oberste Credo halten. Nein, nicht diffuse Objektivität (Journalismus handelt primär von Meinung; ein Irrglaube, er handle von objektiver Information). Das oberste Credo jeder publzisitsichen Tätigkeit ist Transparenz. Dazu gehört ein Name und ein Gesicht.

Es ist bekennend und zeigt, wes’ Geistes Kind die selbsternannten Hüter der sogenannten Objektivität im staatlichen Rundfunk sind, dass sie in Verkennung von Satire und Kritik die Weblogs jagen, die sich an das oberste Credo halten.

~ von Lukas Tonetto am 26. Juli 2011.

2 Antworten to “Credo”

  1. Das ist doch immer so… kaum wird bekannt, dass jemand, der unrechtes getan hat, in Verbindung mit etwas steht, was populär ist, ist das gleich ein Grund sich darauf zu stürzen. Nicht alle Blogs sind schlecht und nicht alle Ego-Shooter-Spiele bringen Gewalttätige hervor.

  2. Liebe Waldo Horn

    Sie scheinen nicht richtig gelesen zu haben, und falls doch, haben Sie das Gelesene nicht verstanden. Es geht bei diesem Post nicht um das Medium per se, sondern um das Verhalten derer, die sich des Mediums bedienen.

    Es steht ausser Frage, dass jeder, der politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Themen verhandelt, und sei es auch nur in einer Randzone wie der satrirschen Kritik an einer einzigen Fernsehsendung eines einzigen staatlichen Senders, sich ausnahmslos mit Namen und Gesicht zu präsentieren hat. Wer dies unterlässt, spielt schamlos denen in die Hände, die diese höchste aller Freiheiten in der Anonymität des www unterwandern und klandestin ihren linken und rechten Dreck verteilen.

    Wer mit der Öffentlichkeit nicht leben kann, soll nicht publizieren, weswegen das Credo ein Appel gegen die internetuelle Vermummung ist. Der Preis für diese Öffentlichkeit ist bekannt: Schmähungen, Drohungen und Briefe von Anwälten, hinter denen sich die vermutlich feigen Auftraggeber verschanzen.

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